1 · Messen
Der SHT45 erfasst Temperatur und Feuchte. Der BMP580 misst den absoluten Luftdruck. Beide liefern digitale Werte über denselben I²C-Bus.
Die Grundidee ist einfach: Eine gute Wetterstation muss keine Blackbox sein. eifel-wx verbindet präzise, bezahlbare Standardsensoren mit einem ESP32, einer verständlichen Firmware und einem offenen, nachvollziehbaren Datenweg. Du kannst die Station selbst löten, programmieren, in ein eigenes Gehäuse einbauen und ihre Messwerte direkt im heimischen WLAN betrachten. Wer möchte, verbindet sie anschließend sicher mit eifel-wetter.de und macht aus einem einzelnen DIY-Projekt einen Baustein eines regionalen Messnetzes.
Dabei soll der Nachbau nicht nur ein Mittel zum Zweck sein: Du lernst ganz nebenbei, wie Sensoren über I²C sprechen, was ein Mikrocontroller eigentlich macht, wie Arduino-Code aufgebaut ist, wie aus Luftdruck ein auf Meereshöhe bezogener Wert entsteht und wie Messdaten per HTTPS sicher auf einen Server gelangen.
eifel-wx beginnt bewusst klein: Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Luftdruck. Diese drei Größen reichen bereits aus, um aktuelle Bedingungen zu beurteilen, Taupunkt zu berechnen, Druckänderungen zu beobachten und eine solide Basis für spätere Erweiterungen zu schaffen. Der besondere Reiz liegt nicht in möglichst vielen Sensoren am ersten Tag, sondern in einer sauberen, verständlichen Plattform, die Schritt für Schritt wachsen kann.
Der SHT45 erfasst Temperatur und Feuchte. Der BMP580 misst den absoluten Luftdruck. Beide liefern digitale Werte über denselben I²C-Bus.
Der ESP32 berechnet Taupunkt und Druck auf Meereshöhe, überwacht Sensorstatus und stellt alles lokal im Browser und als JSON bereit.
Optional überträgt die Station ihre Messdaten verschlüsselt an eifel-wetter.de. Dort werden Rohdaten geprüft, gespeichert und aggregiert.
Die drei ersten Komponenten bilden die eifel-wx-Basisversion: ESP32, SHT45 und BMP580. Ab Firmware 1.1.0 kann die Station modular um Windrichtung, Regenmenge, Regenerkennung und Windgeschwindigkeit erweitert werden. Die Fotos zeigen die für eifel-wx vorgesehenen Komponenten.

Der ESP32 ist Mikrocontroller, WLAN-Modul, Webserver und Datensammler in einem. Das klassische ESP-WROOM-32-Modul bietet zwei CPU-Kerne mit bis zu 240 MHz, typischerweise 4 MB Flash und 2,4-GHz-WLAN.
Foto: eifel-wx-Projekt.

Der SHT45 erfasst die repräsentative Außenlufttemperatur und relative Feuchte. Das eifel-wx-Breakout kommuniziert per I²C und arbeitet standardmäßig auf Adresse 0x44.
* Typische SHT45-Spezifikationen. Foto: eifel-wx-Projekt.

Der Bosch BMP580 misst den absoluten barometrischen Luftdruck. eifel-wx nutzt das Breakout im I²C-Betrieb und akzeptiert die Adressen 0x47 und 0x46.
Foto: eifel-wx-Projekt.
Diese Module sind nicht für die Basisstation erforderlich. Sie werden nur angeschlossen und im Adminbereich aktiviert, wenn die jeweilige Messgröße tatsächlich aufgebaut wurde.

Der magnetische Absolutwinkelsensor misst berührungslos die Stellung der Windfahne. eifel-wx liest daraus 0–359° und gleicht die mechanische Einbaulage mit dem Nord-Offset aus.
Foto: verwendetes AS5600-Breakout.

Bei jeder Kippbewegung schaltet ein Magnet einen potentialfreien Reedkontakt. eifel-wx zählt diese Impulse und berechnet daraus Regenmenge und Regenrate.
Foto: eifel-wx-Projekt.

Das Schalenanemometer erzeugt über Magnet und Reedkontakt Impulse. Aus der Impulsfrequenz berechnet eifel-wx die Windgeschwindigkeit.
Foto: eifel-wx-Projekt.

Der kapazitive Kemo M152K erkennt bereits wenige Tropfen und ergänzt den Kipplöffel bei Niesel- und Sprühregen. Bei Nässe zieht sein Relais an; eifel-wx wertet den potentialfreien Schließerkontakt aus.
Foto: Eifel-Wetter / Kemo M152K im Außeneinsatz.
Die folgenden Preise sind Richtwerte und ein konkreter Preis-Schnappschuss vom 10.09.2026. Versand, vorhandene Restteile und gewählte Gehäusequalität verändern den Gesamtpreis deutlich.
| Bauteil | Empfehlung / Zweck | ca. Preis | Beispielquelle |
|---|---|---|---|
| ESP32 DevKit | ESP-WROOM-32 / NodeMCU / DevKitC | 6,80–11 € | BerryBase · Reichelt |
| SHT45 | Temperatur/Feuchte, möglichst geschützt/PTFE | ca. 13,75 € | BerryBase / Adafruit |
| BMP580 | barometrischer Luftdruck | ca. 7,90 € | BerryBase / Adafruit |
| 5-V-Netzteil | USB, stabil, Markenqualität | ca. 5–10 € | Elektronikhandel |
| USB-Kabel | Daten + Versorgung, passend zum Board | ca. 1–4 € | oft vorhanden |
| Kabel / Jumper / Schrumpfschlauch | Verdrahtung und Zugentlastung | ca. 4–10 € | Maker-/Elektronikshop |
| Kabelverschraubungen | Außengehäuse, z. B. M12/M16 | ca. 3–8 € | Baumarkt / Elektronikhandel |
| Elektronikgehäuse | spritzwassergeschützt, UV-tauglich | ca. 8–20 € | Baumarkt / Elektronikhandel |
| Strahlungsschutz | gekauft oder 3D-gedruckt | ca. 5–25 € | Eigenbau / Wetterzubehör |
| Kern-Elektronik ESP32 + SHT45 + BMP580 | 28,45 € | zzgl. Versand | |
Die Basisversion bleibt unverändert. Für die optionalen Module werden hier bewusst nur die Anschlüsse am jeweiligen Sensor und der dazugehörige ESP32-Pin genannt.
| SHT45 VIN | ESP32 3V3 |
|---|---|
| SHT45 GND | ESP32 GND |
| SHT45 SDA | ESP32 GPIO21 |
| SHT45 SCL | ESP32 GPIO22 |
| BMP580 VIN | ESP32 3V3 |
| BMP580 GND | ESP32 GND |
| BMP580 SDI / SDA | ESP32 GPIO21 |
| BMP580 SCK / SCL | ESP32 GPIO22 |
| AS5600 VIN | ESP32 3V3 |
|---|---|
| AS5600 GND | ESP32 GND |
| AS5600 SDA | ESP32 GPIO21 |
| AS5600 SCL | ESP32 GPIO22 |
| Reedkontakt Anschluss 1 | ESP32 GPIO25 |
|---|---|
| Reedkontakt Anschluss 2 | ESP32 GND |
| Reedkontakt Anschluss 1 | ESP32 GPIO27 |
|---|---|
| Reedkontakt Anschluss 2 | ESP32 GND |
| Relais-Schließer Kontakt 1 | ESP32 GPIO26 |
|---|---|
| Relais-Schließer Kontakt 2 | ESP32 GND |
| SHT45 | 0x44 |
|---|---|
| BMP580 | 0x47 bzw. 0x46 |
| AS5600 | 0x36 |
Der einfachste Weg ist, die Station in drei Etappen zu bauen: erst Elektronik auf dem Tisch, dann Software und WLAN, erst zuletzt Gehäuse und Außenmontage.
Die eifel-wx-Firmware ist umfangreich, aber das Grundprinzip der Arduino-Programmierung ist erstaunlich einfach. Dieser kurze Lernblock reicht, um die wichtigsten Stellen im Code wiederzuerkennen.
So nennt Arduino ein Programm. Die Datei endet auf .ino. Beim Klick auf „Überprüfen“ wird sie kompiliert, beim Klick auf „Hochladen“ als Firmware auf den ESP32 übertragen.
setup() läuft einmalHier startet die serielle Ausgabe, der I²C-Bus wird eingerichtet, Sensoren werden gesucht und WLAN bzw. Webserver vorbereitet.
loop() läuft immer wiederNach dem Start springt der ESP32 ständig durch die Hauptschleife: messen, Webanfragen bedienen, Upload prüfen, WLAN überwachen – immer wieder.
Statt das Sensorkommunikationsprotokoll selbst zu programmieren, nutzt eifel-wx Adafruit SHT4x, Adafruit BMP5xx, Unified Sensor, BusIO und ArduinoJson.
#include <Wire.h> #include <Adafruit_SHT4x.h> #include <Adafruit_BMP5xx.h> Adafruit_SHT4x sht4; Adafruit_BMP5xx bmp; void setup() { Serial.begin(115200); Wire.begin(21, 22); // SDA, SCL sht4.begin(&Wire); // SHT45 suchen bmp.begin(0x47, &Wire); // BMP580 versuchen } void loop() { // Sensoren lesen // Werte berechnen // Webserver bedienen // bei Bedarf HTTPS-Upload ausführen }
Die echte Firmware 1.1.0 enthält selbstverständlich Fehlerbehandlung, Zeitsteuerung, NVS-Konfiguration, TLS, Enrollment und Weboberfläche – aber das Grundmuster bleibt genau dieses.
| Sketch | dein Programm |
|---|---|
| Library | fertige Funktionssammlung |
| Compile | Code in Maschinenprogramm übersetzen |
| Flashen | Firmware auf den ESP32 schreiben |
| Serial Monitor | Textausgabe des ESP32 zum Debuggen |
| GPIO | programmierbarer Anschluss-Pin |
| I²C | 2-Draht-Datenbus für Sensoren |

In der Arduino IDE öffnest du den Bibliotheksverwalter und installierst die benötigten Libraries. Für eifel-wx brauchst du insbesondere Adafruit SHT4x, Adafruit BMP5xx, Adafruit Unified Sensor, Adafruit BusIO und ArduinoJson 7.x.
Screenshot: Tim C / Adafruit Learning System, CC BY-SA.
| Board | ESP32 Dev Module |
|---|---|
| CPU | 240 MHz |
| Flash | 4 MB, Standard-Partition passend zum Board |
| Upload | 921600 möglich, bei Problemen 115200 |
| Serieller Monitor | 115200 Baud |
| Erase Flash | bei Updates: Disabled |
p₀ = p / (1 − h/44330)^5.255. Dafür muss die Stationshöhe korrekt eingetragen sein.Version 1.1.0 erweitert den stabilen 1.0.0-Basisstand um optionale Niederschlags- und Windsensoren. Wer nur ESP32, SHT45 und BMP580 nutzt, kann die Zusatzmodule deaktiviert lassen; die Basisstation funktioniert unverändert weiter.
GPIO25mm je Kippungrain_total_mm und Regenrate rain_rate_mm_hGPIO26GPIO27km/h je Hz frei einstellbarwind_gust_kmh0x36Im Downloadbereich liegen beide Firmwarestände:
Update einer bestehenden Station: Erase All Flash Before Sketch Upload = Disabled, damit WLAN, Admin-PIN, Station-ID und Geräte-Token im NVS erhalten bleiben. Die neuen Zusatzmodule sind standardmäßig deaktiviert und werden im Adminbereich eingeschaltet.
| Regenmesser | aktiv/inaktiv · GPIO25 · Millimeter je Kippung |
|---|---|
| Regenerkennung | aktiv/inaktiv · GPIO26 · digital aktiv LOW |
| Windgeschwindigkeit | aktiv/inaktiv · GPIO27 · Faktor km/h je Hz |
| Windrichtung | AS5600 an I²C 0x36 · Nord-Offset 0–359,9° |
GPIO21 und GPIO22 bleiben der gemeinsame I²C-Bus für SHT45, BMP580 und AS5600. Für den AS5600 ist keine zusätzliche Arduino-Bibliothek erforderlich; die Firmware liest den Sensor direkt per I²C aus.
Eifel-Wetter-XXXXXX.0x36 erkannt. Bei einer bereits freigegebenen Station erscheint für den Upload OK HTTP 200.Neue Stationen nutzen Enrollment v2. Der Besitzer muss weder Datenbankzugänge kennen noch geheime permanente Tokens kopieren. Die Station erzeugt ihren Geräteschlüssel selbst und zeigt nur einen kurzlebigen sechsstelligen Gerätecode für die Zuordnung.
eifel-wx stellt die aktuellen Werte direkt im lokalen Netzwerk bereit. Smart-Home-Systeme können sie ohne Umweg über eifel-wetter.de abfragen. Der Serverupload ist eine zusätzliche Funktion.
/api/measurement – aktuelle Messwerte/api/status – Sensoren, WLAN, Registrierung und UploadstatusDamit lassen sich ioBroker, Home Assistant oder eigene Skripte anbinden.
Ist ein Zusatzmodul deaktiviert oder nicht vorhanden, bleibt die Basisstation weiterhin nutzbar. Status und Capabilities zeigen an, welche Module tatsächlich aktiv sind.
Der ESP32 schreibt nicht direkt in eine SQL-Datenbank. Er sendet seine Messung per HTTPS an eine API. Der Server prüft Device-ID, Token, Zeitstempel und Werte, speichert Rohdaten und erzeugt daraus unter anderem 10-Minuten-, Stunden- und Tageswerte. Das trennt Gerätezugang und Datenbank sauber voneinander.
Die Basiseinheit aus ESP32, SHT45 und BMP580 bleibt bewusst unverändert. Seit Firmware 1.1.0 können Regen und Wind direkt als optionale Module aktiviert werden. So kann eine Station am Haus weiterhin nur Temperatur, Feuchte und Luftdruck messen, während eine größere Station zusätzlich Niederschlag und Wind erfasst. Solarversorgung und LoRaWAN bleiben weitere Ausbaustufen. Die Firmware meldet die aktivierten Capabilities und überträgt nur die vorhandenen Messgrößen.
Solarpanel, LiFePO₄-Akku, Laderegler und 5-V-Wandler machen eifel-wx unabhängig vom Stromnetz.
LoRaWAN ersetzt WLAN an abgelegenen Standorten. Das Gateway bildet die Brücke ins IP-Netz.
Windgeschwindigkeit und Windrichtung wahlweise als eigener 3D-Druck-Aufbau oder mit fertigen Außensensoren.
Kipplöffel für die Regenmenge plus separater Regendetektor, damit auch feiner Sprühregen früh erkannt wird.
Freie GPIO-, I²C-, UART- und Impulseingänge werden in der Firmware als optionale Module behandelt. Jede Erweiterung bekommt eine eigene Konfigurations- und Statusseite.
Das Elektronikgehäuse erhält vorbereitete Montagepunkte und Kabeldurchführungen. Nicht benötigte Öffnungen bleiben mit Blindstopfen geschlossen.
Eine solarbetriebene eifel-wx sollte nicht wie die WLAN-Hausversion dauerhaft mit voller ESP32-Leistung laufen. LoRaWAN erlaubt kurze Funktelegramme und lange stromsparende Phasen. Windimpulse können dabei über Hardware-Zähler bzw. geeignete GPIO-Interrupts weiter erfasst werden.
| mittlere elektrische Leistung | ca. 0,25–0,35 W bei optimierter LoRa-Feldfirmware |
|---|---|
| Energie pro Tag | ca. 6–8,4 Wh |
| Autonomie ohne Sonne | Ziel: mindestens 5 Tage |
| nutzbare Akkuenergie | bei 8,4 Wh/Tag × 5 Tage ≈ 42 Wh; mit Reserve rund 55–65 Wh |
| empfohlener Akku | LiFePO₄ 12,8 V / 6 Ah ≈ 77 Wh |
| empfohlenes Panel | 20 W, bei ungünstigem Winterstandort besser 30 W |
Die reine Tagesenergie ist nicht das Problem – kritisch sind mehrere trübe Wintertage, niedriger Sonnenstand, Ladeverluste, Verschattung und ein kalter Akku. Ein 20-W-Modul liefert bei nur einer effektiven Sonnenstunde und etwa 60 % Gesamtnutzungsgrad ungefähr 12 Wh. Damit bleibt für eine auf 6–8 Wh/Tag optimierte Feldstation noch Reserve.
Zusätzlich sinnvoll: Akku-Spannungsmessung, Lade-/Entladestrommessung und ein eigener Telemetriepunkt battery_pct. Bei kritischem Ladezustand kann die Firmware das Sendeintervall automatisch verlängern.
Für Deutschland wird die EU868-Variante verwendet. Die Wetterstation selbst braucht im Feld weder WLAN noch Mobilfunk. Sie sendet kurze LoRaWAN-Telegramme an ein Gateway, das an einem Standort mit IP-Verbindung steht.
Vorteil: vollständig unter eigener Kontrolle und unabhängig von einem öffentlichen LoRaWAN-Dienst.
Wenn am Standort bereits ein öffentlich erreichbares Gateway vorhanden ist, kann eifel-wx beispielsweise über The Things Network arbeiten. Dann geht das Funktelegramm zunächst über ein fremdes Gateway ins Internet. Von dort werden die Daten per MQTT/Webhook an den eigenen Server oder ioBroker weitergeleitet.
Aber: Für eine feste eigene Wetterstation würde ich das nur als zweite Möglichkeit betrachten. Ein eigenes Gateway ist besser kontrollierbar und der Datenweg bleibt nachvollziehbar.
Dragino LPS8N EU868: SX1302-basiertes Multi-Channel-Gateway, Ethernet und 2,4-GHz-WLAN; sehr passend als privates Indoor-Gateway.
RAK7268V2 WisGate Edge Lite 2: ebenfalls EU868, Ethernet/WLAN und eine robuste, gut dokumentierte Alternative.
Preisbeispiele vom 10.09.2026: Dragino LPS8N etwa 119 €, RAK7268V2 etwa 165 €. Preise und Verfügbarkeit können sich ändern.
Für die Feldversion sollte das Funkmodul steckbar bleiben. Sinnvoll ist ein SX1262-EU868-Modul über SPI. Die Firmware erhält eine Transport-Abstraktion: WiFiTransport für Hausstationen und LoRaWanTransport für Feldstationen. Messlogik und Sensoren bleiben identisch.
Die LoRa-Nutzlast sollte kompakt binär oder CBOR codiert werden. Temperatur, Feuchte, Druck, Wind, Regen, Batteriespannung und Status passen problemlos in ein kleines Telegramm.
Firmware 1.1.0 unterstützt das eifel-wx-Windmodul bereits direkt: Die Windgeschwindigkeit wird auf GPIO27 als Impulsfrequenz erfasst; für die Windrichtung ist der AS5600 als eifel-wx-Standard vorgesehen. Er hängt gemeinsam mit SHT45 und BMP580 am I²C-Bus und liefert einen absoluten Winkel von 0–359°.
Anemometer: drei Schalen, kugelgelagerte vertikale Achse, kleiner Magnet und Hall-Sensor oder Reedkontakt. Jeder Umlauf erzeugt einen oder mehrere Impulse. Die Firmware berechnet daraus m/s und km/h.
Windfahne: kugelgelagerte horizontale Fahne mit Magnet und AS5600. Der magnetische Absolutwinkelsensor ist ab Firmware 1.1.0 der bevorzugte eifel-wx-Standard und liefert eine echte Richtung von 0–359°. Die mechanische Einbaulage wird über den Nord-Offset im Adminbereich korrigiert.
| Material | ASA bevorzugt; PETG als Prototyp |
|---|---|
| Lager | Edelstahl-/Keramik-Kugellager, möglichst leichtgängig |
| Geschwindigkeit | Hall/Reed → GPIO27, aktiv LOW; Windfaktor in km/h je Hz konfigurierbar |
| Richtung | AS5600 → I²C 0x36 auf GPIO21/22; Nord-Offset konfigurierbar |
| Pflicht | Kalibrierung gegen Referenz-Anemometer |
Sehr gute DIY-Lösung: das SparkFun Weather Meter Kit. Es enthält Schalenanemometer, Windfahne und Kipplöffel-Regenmesser. Die Sensoren arbeiten passiv mit Reedkontakten bzw. Widerständen und lassen sich deshalb sehr einfach an einen ESP32 anbinden.
Robuster / professioneller: DFRobot SEN0483 für Windgeschwindigkeit und SEN0482 für Windrichtung. Beide arbeiten mit RS485/Modbus, benötigen jedoch 7–24 V und einen RS485-UART-Wandler am ESP32.
Preisbeispiele 10.09.2026: SparkFun Weather Meter Kit ca. 103 €, DFRobot Windgeschwindigkeit ca. 46 €, DFRobot Windrichtung ca. 46 €.
Für den ersten Ausbau würde ich nicht sofort die RS485-Sensoren wählen. Das SparkFun-Prinzip – oder unser eigener mechanisch vergleichbarer 3D-Druck-Aufbau – passt besser zur Idee einer nachvollziehbaren DIY-Station. RS485 bleibt eine robuste „Pro“-Option für Nutzer, die eine fertige Mechanik bevorzugen.
Firmware 1.1.0 trennt Niederschlagsmenge und sofortige Regenerkennung bewusst voneinander. Der Kipplöffel liefert auf GPIO25 die Impulse für Menge und Regenrate; ein optionaler Regendetektor auf GPIO26 kann bereits Niesel- oder Sprühregen melden, bevor die erste Kippung erreicht ist.
| Auffangöffnung | 165 mm Durchmesser |
|---|---|
| Zielauflösung | 0,2 mm je Kippvorgang |
| Volumen je Kippung | ca. 4,2765 ml |
| Mechanik | justierbarer Doppel-Kipplöffel |
| Impuls | Reedkontakt oder Hall-Sensor + Magnet → GPIO25 |
| Material | ASA bevorzugt, PETG möglich |
Der Wert Millimeter je Kippung ist in Firmware 1.1.0 frei einstellbar; 0,20 mm ist der vorgesehene Startwert für den eifel-wx-Eigenbau. Für Sprühregen kann zusätzlich ein separater Regendetektor auf GPIO26 aktiviert werden.
Billige Leiterplatten-Regensensoren mit offenen Kupferbahnen sind für einen dauerhaften Außeneinsatz wenig geeignet: Schmutz, Oxidation und Elektrolyse verändern die Empfindlichkeit. Für eifel-wx ist ein optischer Regendetektor die sauberere Lösung.
Hydreon RG-9: optischer „es regnet“-Sensor. Er ist interessant als Zusatz zum Kipplöffel, weil bereits geringer Niederschlag erkannt werden kann.
Hydreon RG-15: optischer Niederschlagssensor, der zusätzlich eine Mengenfunktion anbietet und ohne bewegliche Teile arbeitet. Er ist komfortabler, aber deutlich teurer.
Preisbeispiele 10.09.2026: RG-9 etwa 59–84 €, RG-15 etwa 100–120 €.
SparkFun Weather Meter Kit: der enthaltene selbstentleerende Kipplöffel erzeugt pro 0,2794 mm Niederschlag einen Schaltimpuls und lässt sich direkt auswerten. Da Windmesser und Windfahne im gleichen Set enthalten sind, ist es für eine komplette Ausbaustufe preislich interessant.
Ecowitt WH40H: günstiger fertiger Kipplöffel-Regenmesser. Für eifel-wx ist allerdings zu beachten, dass das Gerät primär als Ecowitt-Funksensor gedacht ist; eine direkte elektrische ESP32-Anbindung ist deshalb nicht so elegant wie beim SparkFun-Sensor.
Mengenmessung: eigener 3D-Druck-Kipplöffel.
Regenerkennung: optional Hydreon RG-9.
Das ergibt eine technisch interessante Kombination: sehr genaue, selbst kalibrierbare Mengenmessung aus eigener Mechanik plus schnelle elektronische Erkennung von Niesel- und Sprühregen.
Für viele mechanische Teile gibt es auf MakerWorld bereits interessante Eigenbau-Projekte. Statt nur eine einzige Bauform vorzuschreiben, stellt eifel-wx mehrere Varianten zur Auswahl. So kann jeder das Projekt wählen, das zum eigenen Drucker, Material und Aufbau passt. Die folgenden Modelle sind eine redaktionelle Vorauswahl und noch nicht automatisch als von eifel-wx praktisch getestet zu verstehen.
Der SHT45 braucht freie Luftzirkulation, aber Schutz vor direkter Sonne und Niederschlag. Weißes ASA ist für einen dauerhaften Außeneinsatz besonders interessant; PETG kann je nach Modell ebenfalls funktionieren.
Großer, passiv belüfteter Lamellenschutz für DIY-Wetterstationen. Für ASA optimiert; die Sensoraufnahme muss für den eifel-wx-SHT45 angepasst werden.
Auf MakerWorld ansehen ↗Universeller Wetterhütten-/Lamellenansatz. Interessant, wenn die Sensorhalterung möglichst flexibel bleiben soll.
Auf MakerWorld ansehen ↗Einfacher mehrteiliger Strahlungsschutz für kleine Umweltsensoren. Als Inspiration für eine kompakte eifel-wx-Basisstation geeignet.
Auf MakerWorld ansehen ↗Kipplöffel sind ideal für eifel-wx, weil jeder Kippvorgang als digitaler Impuls erfasst werden kann. Wichtig ist anschließend eine saubere volumetrische Kalibrierung.
Vollwertiger 3D-Druck-Kipplöffel mit Hall-Sensor-Konzept und ESP32/ESP8266-Bezug. Gute Basis für ein standardisiertes eifel-wx-Regenmodul.
Auf MakerWorld ansehen ↗Zwei Varianten: Reedkontakt oder fertiger Türsensor. Die Mechanik lässt sich über Kalibrierstifte und zusätzlich in Software abgleichen.
Auf MakerWorld ansehen ↗Frühes Wetterstationsprojekt mit Kipplöffel, Magnet und Hall-Sensor. Interessant als alternative Mechanik und Community-Inspiration.
Auf MakerWorld ansehen ↗Beim Windmodul sind leichtgängige Lager und eine reproduzierbare Impulserfassung wichtiger als eine besonders komplizierte Mechanik. Für die Richtung kann später ein absoluter Winkelsensor ergänzt werden.
Getrennte Achsen für Schalenkreuz und Windfahne; für DIY-Messung gedacht. Hall-Sensor oder Encoder lassen sich ergänzen.
Auf MakerWorld ansehen ↗Parametrischer Aufbau mit 625ZZ-Lagern. Praktisch, wenn Schrauben, Lager oder Abmessungen an vorhandene Teile angepasst werden sollen.
Auf MakerWorld ansehen ↗Kombiniertes Projekt mit Anemometer, Regen-Sensortrichter und Elektronikgehäuse. Gut geeignet, um mehrere eifel-wx-Module in einer Mechanik zu betrachten.
Auf MakerWorld ansehen ↗ESP32 und BMP580 gehören geschützt untergebracht. Beim Luftdrucksensor darf das Gehäuse trotzdem nicht hermetisch abgeschlossen werden; der Druckausgleich muss wettergeschützt möglich bleiben.
Großzügiges, modulares Außengehäuse mit wechselbaren Seitenplatten und CAD-Dateien. Sehr interessant für ESP32, LoRa-Modul, Laderegler und zusätzliche Elektronik.
Auf MakerWorld ansehen ↗Kleine wettergeschützte Lösung für einen Wemos-ESP32 und BME280. Nicht 1:1 für unser DevKit, aber als kompakte Alternative sehr interessant.
Auf MakerWorld ansehen ↗Das kombinierte Wetterstationsprojekt enthält auch ein kompaktes Elektronikgehäuse und ist damit eine mögliche Lösung für einfache Ausbaustufen.
Auf MakerWorld ansehen ↗Nicht alles sollte gleichzeitig in Version 1 landen. Die folgende Reihenfolge hält Hardware und Firmware übersichtlich und bringt trotzdem schrittweise mehr meteorologischen Nutzen.
AS3935 als Blitzdetektor. Ausgabe von Entfernung, Blitzanzahl und Gewitterstatus. Sinnvoll als eigenständiges I²C/SPI-Modul.
Luxsensor plus UV-Sensor. Später kann daraus eine einfache Strahlungs- und Sonnenscheinauswertung entstehen.
Bodentemperatur und kapazitive Bodenfeuchte für Garten, Landwirtschaft und Frostbeobachtung.
PM2.5/PM10 als getrenntes Modul. Wegen Lüfter und Heizung ist der Energiebedarf höher – für Solarbetrieb gezielt einplanen.
Interessant für Tau, Nebelnässe, Glätte- und Pflanzenbeobachtung. Ergänzt Luftfeuchte um eine tatsächlich benetzte Oberfläche.
Eine Kamera sollte nicht über denselben kleinen Solarstrang versorgt werden. Besser als separates, optionales Stationsmodul mit eigener Energieversorgung.
Ein kleiner IMU-/Neigungssensor erkennt, ob der Mast schief steht oder die Station nach Sturm verdreht wurde – besonders wertvoll für korrekte Windrichtung.
Versorgungsspannung, Akkuzustand, Gehäusetemperatur, Reset-Ursache, RSSI/SNR und Sensorfehler werden als eigene Wartungsdaten übertragen.
FRAM oder microSD puffert Messwerte, wenn LoRaWAN oder WLAN ausfallen. Nach Wiederverbindung werden fehlende Datensätze nachgeliefert.
Enrollment und Upload erfolgen per HTTPS mit Vertrauensanker. Die Firmware verwendet kein unsicheres setInsecure().
Dauerhafte Secrets werden nicht in der Weboberfläche angezeigt und auf dem Server nur als Hash geprüft bzw. gespeichert.
Die lokale Administration ist PIN-geschützt; kritische PIN-Recovery-Funktionen verlangen physischen Zugriff auf die Station.
Ja, wenn du bereit bist, ein paar Grundlagen zu lernen. Der Basisschaltplan ist mit vier Sensorleitungen überschaubar. Hilfreich sind ein einfacher Lötkolben, ein Multimeter und die Bereitschaft, zunächst am Tisch zu testen.
Nein, um die fertige Firmware aufzuspielen nicht. Der Arduino-Lernblock auf dieser Seite soll aber helfen, den Aufbau der Software zu verstehen und später eigene Erweiterungen zu wagen.
Nein. Dashboard und JSON laufen lokal. Die Messnetz-Registrierung ist optional.
Die dokumentierte und getestete Basis ist der klassische ESP32-WROOM/DevKit-Typ. Andere ESP32-Varianten können grundsätzlich funktionieren, sollten aber nicht als identisch vorausgesetzt werden, weil Pins, USB und Flashlayout abweichen können.
Ein Temperatursensor misst seine eigene Temperatur. Wird er von Sonne, Hauswand oder Elektronik erwärmt, ist das nicht mehr die freie Lufttemperatur. Ein weißer, belüfteter Strahlungsschutz reduziert diesen Einfluss.
Der Sensor misst Luftdruck. In einem hermetisch abgeschlossenen Volumen würde er nicht mehr unmittelbar den aktuellen Außendruck sehen. Der Druckausgleich muss wettergeschützt erfolgen, nicht über ein offenes Loch nach oben.
Ja. Beim normalen Update Erase All Flash Before Sketch Upload deaktiviert lassen, damit NVS-Konfiguration und Registrierung erhalten bleiben.
Für Regenmesser, Regenerkennung, Windgeschwindigkeit und AS5600-Windrichtung brauchst du Firmware 1.1.0 oder neuer. Firmware 1.0.0 bleibt als reiner Basisstand für SHT45 und BMP580 im Downloadbereich verfügbar.
Nein. Die Zusatzmodule sind standardmäßig deaktiviert. Eine bestehende Basisstation kann 1.1.0 verwenden, ohne dass Regen- oder Windsensoren angeschlossen sind.
Der AS5600 liefert den absoluten Winkel. Im Adminbereich wird anschließend ein Nord-Offset von 0 bis 359,9° eingetragen, sodass die mechanische Einbaulage der Windfahne ausgeglichen wird.
Starte mit ESP32, SHT45 und BMP580 als zuverlässiger Basis. Mit Firmware 1.1.0 kannst du anschließend Regenmesser, Regenerkennung, Windgeschwindigkeit und die AS5600-Windrichtung einzeln zuschalten. Die Basisstation bleibt dabei vollständig funktionsfähig.